Ich würde ja gerne, aber…

Bist du auch betroffen von dem „Aber-Phänomen“? Ich gebe zu, mich erwischt es auch und das ziemlich regelmäßig. Völlig unbewusst bilde ich Sätze, wie: „Das ist interessant, aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, es anders zu machen?“, „Eigentlich wollte ich mir frei nehmen, aber ich habe so viele Termine.“ oder „Ich wollte eigentlich in den Urlaub fahren, aber es war einfach zu teuer.“. Vielleicht hast du auch deine typischen Aber-Sätze im Alltag. Meine Sätze stehen oft in Verbindung mit Zeit oder Geld. Was wir dabei vergessen ist, dass wir anfangen an diese Aber-Sätze zu glauben. Wir geben den Zweifeln, der Lust- und Motivationslosigkeit die Erlaubnis, über uns zu bestimmen.

Die Sache mit dem Optimismus

Ich möchte aus diesem Grund gerne ein aktuelles Projekt mit dir teilen, das ich als Coach und Sparringspartner begleite. Es geht dabei um einen jungen Unternehmer und sein Team, die dabei sind ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. Das Projekt ist – im positiven Sinne – idealistisch und sehr neu, denn es stellt das bisherige System auf den Kopf und alte Strukturen müssen dabei weichen. Am Anfang nach den ersten Meetings war die Euphorie im Team immens hoch, es wurden Ideen entwickelt und das Knistern der Veränderung lag in der Luft. Bis zu dem Zeitpunkt, als es konkreter werden sollte. Da fiel der Satz: „Ich bin ja Optimist, aber…“. Dieser eine Satz, dieses eine „Aber“ hat alles auf den Kopf gestellt. Ich kann förmlich noch spüren, wie alle in diesem Moment die Luft angehalten haben und sich ganz langsam die eigenen Zweifel in den Kopf schlichen.

Das Aber nutzen

Ich glaube, es ist uns manchmal nicht klar, wie verletztlich wir auf ein bestimmtes Wort reagieren und uns davon beeinflussen lassen. Egal, ob wir es selbst sagen oder von jemand anderem zu hören bekommen. Es ist die bloße Ernüchterung, die einem wie ein nasser Waschlappen ins Gesicht klatscht, wenn so ein Aber-Satz fällt. Warum machen wir uns überhaupt die Mühe einen Satz zu bilden, wenn wir ihn durch das Aber gleich wieder revidieren? Denn es hat Einfluss auf unser Denken, auf unsere Ideen, unsere Euphorie und  ganz schnell wird aus unserer Motivation das komplette Gegenteil, weil wir nicht genauer hinschauen. In diesem einen Wort kann so viel mehr stecken. Die Angst, die Zweifel, der fehlende Selbstwert oder das fehlende Selbstvertrauen. Wir stecken all das in dieses eine winzige Wort und treffen damit nicht mal annähernd den Kern. Warum sagen wir nicht gleich, was uns stört, was unsere Angst ist? Ich würde ja gerne über meine Zweifel reden, aber das macht mich so verletztlich?

Deshalb möchte ich dich einladen, deine persönliche Aber-Liste zu schreiben, die dir helfen kann deine Abers im Alltag umzuformulieren, damit du beim nächsten Mal genauer hinschauen kannst und etwas Konstruktives daraus entsteht. Was möchtest du vielleicht vermeiden, wenn du an dein „Aber“ denkst oder was verunsichert dich? Sei ehrlich zu dir selbst.
Was sind deine typischen Aber-Sätze? Was hält dich von deinem nächsten Schritt ab? Ich bin neugiereig auf deine Antwort und wünsche dir viel Erfolg bei der Umsetzung.