Welcher Hektiktyp bist du?

Ab und zu überkommt sie einfach jeden von uns: die Hektik.
Besonders die Vorweihnachtszeit ist prädestiniert dafür, denn wir versuchen häufig in den letzten Monat des Jahres, alles hineinzustopfen, was wir bis dahin noch nicht erreicht haben. Oftmals denken wir an die Zukunft, planen die Weihnachtstage, versuchen die Arbeit noch irgendwie rumzubekommen, überlegen, was wir verschenken können und rennen noch von einer Weihnachtsfeier zur nächsten – das kann enorm stressen. Und trotzdem machen wir jedes Jahr das Gleiche, obwohl wir es besser wissen müssten. Ich habe eine Freundin, die immer zum 30. November alle Geschenke bereits gekauft und eingepackt hat und anschließend tatsächlich stressfrei durch die Fußgängerzonen und Weihnachtsmärkte schlendert. Ich kann sie dafür einfach nur bewundern. Das zeigt aber auch, dass Stress- und Hektikempfinden subjektiv ist. Ein mancher blüht vielleicht in der Adventszeit richtig auf, ein anderer ist einfach nur noch ausgelaugt und wartet sehnlichst auf die freien Weihnachtstage.

Welcher Hektik Typ bist du?

Wenn das Thema Hektik aufkommt, ist mir in meiner Coaching Praxis aufgefallen, dass es drei verschiedene Stresstypen gibt, die immer wieder auftauchen.

1. Der Grübler
2. Der Ja-Sager
3. Der Multitasker

Diese drei Hektik Typen können dabei auch in Kombination auftreten, je nach Stresslevel. Je hektischer es wird, desto eher gehöre ich zum Beispiel zu allen drei Stresstypen. Wozu gehörst du?

1. Der Grübler

Deine Gedanken beeinflussen, wie hektisch es für dich wird. Ganz ehrlich, du weißt doch häufig schon im Voraus, dass eine stressige Zeit ansteht, oder? Hast du dir in diesem Moment schon einmal bewusst gemacht, was du dir immer wieder selbst sagst? Einige nehmen häufig gar nicht wahr, dass sie sich selbst einreden, dass alles super anstrengend wird, sie gestresst sein werden und letztendlich alles zu viel werden wird. Typisch sind dabei Formulierungen wie: „Das schaffe ich doch nie.“, „Das wird super eng.“, „Das wird richtig anstrengend.“ und „Ich muss noch…“  Du glaubst mehr von deinen Gedanken, als du für möglich hältst und machst dir das Leben damit schwer; du läufst quasi sehenden Auges in den Stress. Besonders alle Formulierungen mit „muss“ solltest du genau unter die Lupe nehmen. Was musst du wirklich? Es wird dich niemand zwingen, mit deinen Freunden Glühwein trinken zu gehen, es sei denn du zwingst dich selbst dazu. Du triffst eine Entscheidung, die auch einfach mit „Nein“ beantwortet werden kann. Womit wir bereits beim nächsten Hektik Typ sind.

2. Der Ja-Sager

Nein zu sagen, ist in der heutigen Zeit richtig schwer geworden, weil mit dieser Antwort noch ganz andere Dinge einhergehen. Zum einen möchte man seinem Gegenüber nicht vor den Kopf stoßen, zum anderen aber auch nichts verpassen. Es hilft, wenn du dich und deine Bedürfnisse genau kennst und auch für diese eintreten kann. Ich zum Beispiel bin ein ganz schlechter Nein-Sager und habe lange Zeit immer „Ja“ gesagt, allerdings lässt sich das sehr gut trainieren und auch ich bin inzwischen schon wesentlich besser geworden. Wenn viele Aufgaben anstehen und dir der Überblick verloren geht, neigst du wahrscheinlich eher zum „Ja“ sagen, weil du dann keine Zeit mehr hast, über deine eigenen Bedürfnisse nachzudenken. Dazukommt, dass du dann auch eher dazu neigst, mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen zu wollen.

3. Der Multitasker

Die Krux beim Multitasken ist doch, dass wir gar nichts so richtig machen und am Ende auch hier wieder in der Fülle der Aufgaben untergehen und dies letztendlich wieder als stressig empfinden. Auch wenn du dich vielleicht manchmal wie ein Multitasking-Gott fühlst, für das Gehirn ist es gar nicht möglich, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. Deswegen führt Multitasking letztendlich zu mehr Fehlern, erzeugt Hektik und das nachträgliche Ausbessern dieser Fehler führt zu zusätzlichem Zeitverlust und mehr Stress. Ein Teufelskreis.

Die Lösung: achtsam sein.

Wenn du dich und deine Bedürfnisse kennst, wird es dir leichter fallen „Nein“ zu sagen. Beobachte zudem deine Gedanken und nimm‘ sie einfach mal wahr. Wovon lässt du dich leiten? Und ganz wichtig: Je stressiger es wird, desto eher solltest du eine Aufgabe nach der anderen erledigen. Das ist auch eine Form von Achtsamkeit. Auch wenn viele glauben, dass Achtsamkeit etwas Esoterisches ist oder zumindest mit Meditation zu tun hat, es kann auch so etwas Kleines sein, wie sich wirklich zu fragen, ob man überhaupt Lust hat, Glühwein trinken zu gehen oder vielleicht doch nur seinem Pflichtbewusstsein folgt.
Hab‘ eine großartige Adventszeit und berichte mir gerne von deinen Erfahrungen.