Wenn sich das Jahr dem Ende neigt…

…umgibt dich dann auch immer eine gewisse Reflexionswut und nimmst du dir dann auch immer vor, dass im nächsten Jahr alles besser und anders wird? Vielleicht möchtest du 2019 endlich mal mehr Zeit mit der Familie verbringen oder öfter mal „Nein.“ sagen oder endlich deine Unternehmensziele erreichen?
Wie viele deiner Vorsätze von 2018 hast du eigentlich dieses Jahr umgesetzt?
Hast du dich schon einmal gefragt, was das eigentlich mit dir macht, wenn du an den Raunächten beginnst, das ganze letzte Jahr in gut und schlecht zu unterteilen? Wir bewerten das Vergangene und können es ja doch nicht mehr ändern. Ist das wirklich motivierend, um im nächsten Jahr richtig durchzustarten?

Die Überreflexion

Es ist wie ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir uns zum Ende des alten Jahres und zu Beginn des neuen mit uns selbst, unseren Vorsätzen und unseren Träumen auseinandersetzen und noch einmal überprüfen, wie das vergangene Jahr eigentlich war. Doch wem wollen wir denn damit etwas beweisen? Wollen wir uns selbst noch einmal zeigen, was wir alles erreicht haben oder suhlen wir uns doch nur in unseren eigenen Melancholie und betrachten lieber das, was wir alles verpasst haben?

Es geht auch ohne gut oder schlecht

Vielleicht neigst du auch dazu, eher das zu betrachten, was im letzten Jahr nicht funktioniert hat. Meistens sind uns negative Erfahrungen viel präsenter, als die positiven – so funktionieren wir Menschen einfach. Doch Fehler sind einfach da, um gemacht zu werden und ja, es ist auch bedeutsam zu schauen, was du ändern möchtest, aber hast du auch schon einmal darüber nachgedacht, was im letzten Jahr gut lief, worauf du stolz warst? Deswegen stelle dir gerne die Frage: „Was lief gut im letzten Jahr?“ und „Was hast du getan, damit die Dinge gut liefen?“ und versuche diese Erkenntnisse auf dein neues Jahr zu übertragen.
Damit entfernst du dich nämlich von einer klassischen Bewertung à la gut oder schlecht. Betrachte nun die Dinge, die deiner Meinung nach nicht so gut liefen und anstatt dich dafür selbst zu geißeln und die Situation zu überanalysieren, frage dich, was du auf dem Weg dorthin gelernt hast. Also nichts mit richtig und falsch oder gut und schlecht. Auch wenn es zunächst einfacher wäre so vorzugehen.

Es darf knistern und kribbeln

Vielleicht startest du gleich zu Beginn des Jahres mit Vorsätzen in das Jahr, die eher ein: „Ja, ich versuchs erstmal und dann mal sehen, was kommt.“? Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du Mitte Februar deine Vorsätze bereits wieder aufgibst. Denn deine Vorsätze oder nennen wir sie lieber Ziele, denn das klingt etwas attraktiver, sollten dich alleine beim Aussprechen motivieren. Das Ziel sollte so groß sein, dass du es dir auch genau vorstellen kannst, in allen Einzelheiten, es darf ruhig ein bisschen Respekt einflößen und es sollte so attraktiv sein, dass du auch Widrigkeiten auf dem Weg dorthin in Kauf nimmst. Das Ziel darf ein „Yeah!“ auslösen und nicht ein „Mal sehen.“ Und ganz wichtig, es darf ein bisschen knistern, kribbeln und Gänsehaut auslösen. Etwa so, als wärst du noch ein Kind und kannst die Vorfreude auf Weihnachten nicht zurückhalten. Wenn ich mit meinen Klienten neue Ziele herausgearbeitet habe, kam es schon des Öfteren vor, dass nicht nur mein Klient völlig platt von seinem überraschenden Ziel war, sondern auch ich mit Herzklopfen und Gänsehaut dasaß und wir dann erst einmal verstehen mussten, was da gerade passiert war. Ein wunderbares Gefühl.

Ich wünsche dir einen wundervollen Ausklang des Jahres und wir hören uns sicher im neuen Jahr wieder. Bis dahin eine tolle Zeit.